Schwärmen für die Bienen

von Anna-Lisa Giehl

Die Natur ist in den letzten Wochen explodiert. So manchen packte im April schon die Sommerlust. Strahlender Osterglanz auf dem frischen Blattwerk, intensiv leuchtende Farben wohin man auch schaut. Dieses Frühjahr hatte es in sich! Plötzlich singen die Vögel wieder, aus den Nestern recken die hilflosen Küken ihre Schnäbel. Mit der Natur sind auch die Bienenvölker aus ihrer Winterruhe erwacht. Trotz der Kälteperiode Anfang Mai hatten sie optimale Entwicklungsbedingungen: keine für den April typischen Wetterumschwünge, die den Völkern wertvolle Flugbienen kosten. Statt dessen viel Sonne und wenig Wind. Die Bienen kehren schwer beladen in ihren Stock zurück. Dicke, gelbe Pollenhöschen kleben an ihren Hinterbeinen. Die jungen Ammenbienen nehmen ihn ab und verfüttern ihn an die Brut. 30kg Pollen und mehr kommen da im Laufe des Jahres zusammen- unzählige Blüten werden besucht! Zelle um Zelle füllt sich mit dem flüssigen Gold der Pflanzenwelt. Die Bienen treiben die Weisel, ihre Stockmutter zu Höchstleistungen: bis zu 2000 Eier legt sie nun täglich. Findet sie nicht mehr genügend leere Zellen, und werden die vielen frisch geschlüpften Bienen, die noch lange nicht ausfliegen, sondern in den ersten Wochen im Innendienst tätig sind ihren Futtersaft nicht los, dann bereitet sich das Volk auf die Teilung vor. Ein Bienenschwarm ist ein ergreifendes Naturerlebniss: plötzlich verdunkelt sich der Himmel, ein tiefes Summen erfüllt die Luft, zehntausende Bienen kreisen in einer wilden Wolke durcheinander. Bis sich der Schwarm an einem geschützen Ort, vielleicht in Ihrem Apfelbaum, niederläßt und wieder ganz ruhig wird. Will er hier bleiben, beginnen die Bienen bald mit dem Wabenbau, die Königin legt ihr erstes Ei und alles beginnt von vorn…

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Und wo bleibt der Mensch? Er darf an dem Schauspiel teilhaben. Ja, dem Imker obliegt es sogar, das ein oder andere zu lenken. Erfolgreich mit seiner Arbeit wird er sein, wenn er die Sprache der Honigbienen versteht, die schon seit über 40 Millionen Jahren im Einklang mit der Natur leben.
Übrigends, falls Sie selbst mal in den Genuß des Bienentreibens kommen wollen, sind sie herzlich eingeladen die Schaumburger Waldimkerei in Reinsdorf zu besuchen. Bis Anfang Juni hat Familie Giehl einen Großteil ihrer Völker dort aufgestellt.

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