Schaumburger Nachrichten, 24. April 2012

Schaumburger Nachrichten, 14. Oktober 2011

Deister-Leine Zeitung, 11.11.2009
„Lebensraum für 5000 Tierarten“
REINSDORF (nah). Auch die Kinder packen mit an: 60 Bäume bilden zukünftig eine Streuobstwiese hinter dem früheren Reinsdorfer Forsthaus. (…) Am meisten liegen Giehl die Auswirkungen auf die es umgebene Natur an Herzen. Für 5000 Tierarten – vom Singvogel bis hin zu winzigen Insekten, die zum Teil in ihrer Existenz bedroht sind, - könnte sich ein neuer Lebensraum ergeben. Damit aber biete sich besonders bei Besuchen von Schulklassen ein wichtiger Ansatzpunkt, um so die Schlüsselfunktion von Bienen im Naturkreislauf zu erläutern. (…)
Schaumburger Nachrichten, 12.08.2009
„Neugierige Blicke auf die Königin“
Tausende erkunden beim Reinsdorfer Honigfest die Geheimnisse von Wald, Natur und Bienenstöcken
REINSDORF. Unzählige Nasen neigten sich tief auf die lange Reihe von Wald- und Wiesenblumen. Dass auch Kohlkratzdistel, Borretsch und Waldgeißblatt eine Bienenweide sein können, dürfte nicht nur die Stadtmenschen überrascht haben. Wer ein kleines Blatt ausfüllte, nahm an einer Verlosung teil.
Gleich nebenan konnten vor allem kleine Besucher den Geheimnissen des Waldes auf die Spur kommen. Unermüdlich erläuterte Förster Henning Böger seinen jungen Zuhörern die Vielfalt der Natur. Folgerichtig hatte er sich unter eine mächtige Kiefer gesetzt. Am Informationsstand der Kreisjägerschaft Schaumburg strichen Kinder immer wieder verstohlen über die kleinen Fell- und Pelzstücke von Dachs und Fuchs, von Wildschwein und Reh. In Lebensgröße waren etliche andere Tiere als ausgestopfte Präparate zu sehen.
Beim Naturschutzbund Rodenberg sollten eigentlich auch noch am Nachmittag gemeinsam Nistkästen gebaut werden. Doch Vorstandsmitglied Rolf Bosselmann musste fast schon verlegen mit den Schultern zucken: Das vorgesehene Baumaterial war schon nach kurzer Zeit restlos vergeben.
Dafür konnten Kinder am Aktionstisch des Stadthäger Vereins „Tu Wat“ das Filzen erlernen, possierlichen Tieren in kleinen Gehegen zuschauen oder eine Runde mit geduldigen Ponys drehen, während große Leute die Stände von Holzschnitzerin oder Bildhauer besuchten.
Andere genossen ganz einfach nur die Sonnenstrahlen auf einer der vielen Sitzgruppen rund um die ehemalige Försterei.
Am meisten jedoch faszinierte die Bienenzucht. In endloser Reihe spazierten die Besucher durch die Holzwerkstatt von Imker Max Giehl, in der er selbst Kästen und Rahmen fertigt, staunten über die großen Edelstahlbottiche, in denen das klebrige Naturprodukt aus den Waben geschleudert wird, und standen schließlich am Honig-Probiertisch: Wie unterschiedlich doch die verschiedenen Sorten schmecken können.
Unterdessen war Anna-Lisa Giehl zum wiederholten Mal mit einer großen Menschentraube zu einem Bienenstock marschiert, ließ aus einem kannenähnlichen Topf Rauch aufsteigen und zeigte unbeeindruckt vom summenden Insektenschwarm die bereits dick mit Honig gefüllten Waben. Nur den Blick auf die Königin des quirligen Staats musste sie schuldig bleiben. Findige Besucher aber entdeckten die nächste farb-bepunktete Majestät in einem anderen Schaukasten. Dicke Glasscheiben erlauben dort den absolut ungefährlichen Blick aus allernächster Nähe.
Bernd Althammer
Schaumburger Nachrichten, 29.07.2009
„Eine Kote an der Imkerei“
Reinsdorf: Waldfreunde errichten am ehemaligen Forsthaus ein Schutzhütte nach alten Vorbildern
Rund hundert schlanke Fichtenstämme bilden künftig einen sicheren Schutz vor der Witterung. Mitglieder des Kreisverbands Schaumburg der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) haben die Bäume geschlagen und am ehemaligen Reinsdorfer Forsthaus zu einer Kote verarbeitet. Der kreisförmige Bau wird in seinem Inneren mit einer Folie verkleidet und an seiner Spitze einen Rauchabzug erhalten. Von hier aus beginnen auch die Exkursionen mit einem hiesigen Förster. (…) Vorsitzender Willrich Fischer ließ sich nicht lange bitten. Er trommelte ein knappes Dutzend Helfer zusammen, die an drei Sonnabenden der Rundbau errichteten. Mit Wehmut denkt Fischer dabei an die heute nicht mehr bestehenden Waldjugendgruppen in Obernkirchen und Beckedorf: Er sieht die Reinsdorfer Kote als idealen Ort für Kindergarten- oder Schulkinder, an dem bei ihnen Interesse für die Zusammenhänge der Natur und speziell des Waldes geweckt werden können. (…)
Wochenblatt, 17.06.2009
„Giersch schmeckt nach Haselnuss“
Waldexkursion bei Reinsdorf endet mit deftiger Mahlzeit aus der Natur
REINSDORF (al). (…) Wer vor wenigen Tagen mit ihm „von der sommerlichen Helle in den dunklen Wald“ unterwegs gewesen ist, kam am Ende um etliche Informationen schlauer bei der Imkerei an. Doch Böger hat nicht nur doziert: Gezielt ging er auf Fragen ein und schnitt Themen an, die seinen Mitwanderern unter den Nägeln brannten.
Zu guter Letzt forderte er zum Sammeln von Kräutern auf. Denn zum Abschluss sollte es in der Diele bei Imkermeisterin Anna-Lisa Giehl einen leckeren Imbiss geben: Vollkornbrot und Kräutersalat zum Holunderblütensaft und Pfefferminzsaft. Den Salat Salat wollte Böger aus Blüten der Heckenrose und der Vogelmiere; den Köpfchen kleiner Gänseblümchen und Blättern vom Breitwegerich kreieren. (…)
Schaumburger Wochenblatt, 3.12 2008
“Winterzauber“ mit Schneekulisse“
„Schaumburger Waldimkerei“ bietet vielen Besuchern adventliche Vorfreude
Höhere Gewalt hat dem vierten Reinsdorfer „Winterzauber“ das letzte i-Tüpfelchen beschert. Der erste Schnee verhüllte das alte Forsthaus und die prächtige Waldkulisse in seinem Rücken. Das hätten die Besitzer der „Schaumburger Waldimkerei“, Anna-Lisa und Max Giehl nicht zu träumen gewagt: Nur Stunden vorher kam die weiße Pracht – und bald danach Hunderte von Besuchern, die die voradventliche Stimmung schon von früheren Gelegenheiten her kannten.
Diesmal hatten die Organisatoren für noch mehr Vielfalt gesorgt. Natürlich gab es wieder Lagerfeuer und Ponyreiten, Kerzenziehen und einen Honig-Probierstand. Aber noch mehr kreative Leute aus der Region stellten ihre Arbeiten aus. Da waren viele schöne Sachen dabei: Waldorfpüppchen und Wollsocken, Holzdekorationen und leckere Marmeladen.
Schon der kleine Spaziergang aus dem Dorf hinauf zum alten Forsthaus weckte Vorfreude: Fackeln säumten den Weg, Damwild stupste mit seinen Nasen Löcher in den Neuschnee, um zur Grasnarbe zu gelangen. Das ganze Gebäude war mit Scheinwerfern und Lichtschlangen illuminiert. Ein Lagerfeuer verbreitete wohlige Wärme; nicht einmal der würzige Qualm aus der Wachsküche erschien unangenehm. Mitten drin im ganzen Trubel trottete der gemächliche „Krümel“: Der Esel aus dem Stall der 17-jährigen Anne Matthaei erweckte keineswegs den Eindruck, störrisch zu sein. (…)
Schaumburger Wochenblatt, 3.9.2008

„Im Sommer müssen Bienen fast hungern“
Erstes Reinsdorfer „Honigfest“ erlebt Besucheransturm / Bauarbeiten um altes Forsthaus abgeschlossen
Einen Sonntag lang ist es im Südteil von Reinsdorf recht eng geworden: Parkplätze waren Mangelware; ein fast endloser Strom von Menschen hatte die im ehemaligen Forsthaus untergebrachte „Schaumburger Waldimkerei“ zum Ziel. Weit über tausend Besucher wollten sich das erste „Honigfest“ nicht entgehen lassen. Aufmerksam inspizierten sie Betriebsräume und Honiglager, informierten sich über Wachs und andere Nebenprodukte der fleißigen Insekten und hörten schließlich den Erläuterungen von Imkermeisterin Anna-Lisa Giehl zu.
Von ihr war nicht nur etwas vom Leben eines Bienenvolkes zu hören, sondern auch etliche kritische Anmerkungen. „Imker haben keine Lobby“, klagte Giehl und schilderte die wachsende Bedrohung der für den Naturkreislauf so wichtigen Insekten: Monotonie in der Landwirtschaft, der Einsatz von Spritzmitteln und immer weniger blühende Wiesen und Hecken lassen die Gefahren wachsen. „Im Sommer müssen Bienen fast hungern“, bilanziert Giehl nach dem Hinweis auf das „Überangebot“ durch blühenden Raps im Frühjahr. So verbindet die Imkerin mit dem Honigtag auch das Bedürfnis, zur „Bewusstseinsbildung“ beizutragen. Und noch einen Anlass hat sie gemeinsam mit Ehemann Max: Die überwiegend in Eigenleistung erfolgten Bauarbeiten rund um das ehemalige Forsthaus sind nach fünf Jahren abgeschlossen. Hier entstanden modernste und fachgerechte Räume für die Honigvermarktung. Zugleich wurde der Name geändert: Statt „Bienen-Max“ wird der Honig künftig als „Schaumburger Waldimkerei“ gekennzeichnet.
Dankbar zeigten sich Anna-Lisa und Max Giehl für die Unterstützung. Etliche Schaumburger Imker halfen an verschiedenen Ständen mit. Die Jägerschaft erläuterte mit ihrem Info-Mobil die heimische Tierwelt. Der Naturschutzbund Rodenberg regte zu Nistkastenbau und Biotoppflege an. Sehr begehrt waren nicht nur die kleinen Exkursionen der Imkerin zu einem Bienenstock: An einer Probierstation durfte von verschiedenen Honigsorten genascht werden. Imker Klaus Koschnick musste seine jungen Zuhörer nicht lange ermuntern, einmal direkt mit den Fingern über die gefüllten Waben zu fahren. Später lockte Ponyreiten, Stockbrotrösten und Bastelecke den Nachwuchs; große Leute informierten sich über die Wachsverarbeitung oder lauschten der Drehorgelmusik. Und alle hatten die Qual der Wahl beim großzügigen kulinarischen Angebot. (…)
Der Bienentod vollzieht sich schleichend

Schaumburger Nachrichten, 02.09.2008
Imker in Sorge wegen Pestizid-Einsatz
(…) Clothianidin ist der Wirkstoff, der Imkern Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Im Frühjahr seien in Baden-Württemberg und Bayern zirka 11500 Bienenvölker nach dem Einsatz eines Beizmittels für Maissaatgut, in dem dieses Pestizid enthalten ist, geschädigt worden, berichtet Anna-Lisa Giehl, Berufsimkerin aus Reinsdorf. Das Gift sei beim Ausbringen auf die von Bienen besuchten Pflanzen verweht worden. (…) Problematisch sei, dass sich die Auswirkungen des Clothianidin-Einsatzes bei den Bienenvölkern nicht unbedingt sofort und massiv zeige, sondern dass sich die Schädigung schleichend vollziehe, sagt Giehl mit Blick auf mitunter schwierige Ursachenforschung seitens der Bienenzüchter.
Mehrere Meldungen über unerklärliche Verluste hat die Mitinhaberin der Schaumburger Waldimkerei (früher Bienen-Max) bereits erhalten. Und auch Giehl selbst musste schon die Erfahrung machen, dass bei 14 an blühenden Rapsfeldern aufgestellten Bienenstöcken nach einiger Zeit ungefähr die Hälfte der Bienen fehlte.
(…) Strengere Auflagen für die Zulassung des Pflanzenschutzmittels und intensivere Untersuchungen müssen her, forderte Giehl, und verdeutlichte die Bedeutung der Honigbienen: „Das Überleben von 80 Prozent der blühenden Pflanzen und die Produktion von 35 Prozent der menschlichen Nahrung hängen von der Bestäubung ab“.
„Schwärmen für sinnliche Produkte“

Schaumburger Nachrichten, 8.3.2008
In der „Schaumburger Waldimkerei“ in Reinsdorf richtet sich Leben und Arbeit nach den Jahreszeiten. (…) Wenn Anna-Lisa und Max Giehl über ihre Arbeit sprechen, wird offensichtlich, dass sie nicht nur einem Job nachgehen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, sondern sich aus Passion diesem Metier widmen. Es gebe kaum einen Beruf, der so ganzheitlich angelegt sei, meint Anna-Lisa Giehl. Sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht sind Bienen gar nicht wegzudenken. Obstbauern zahlen Imkern sogar Bestäubungsprämien, weil ohne die Arbeit der Insekten die Ernten quasi ausfallen würden. (…)
„Keine Finger im heißen Wachs“
Schaumburger Wochenblatt, 5.12.2007
„Winterzauber“ in Reinsdorf verzaubert viele Besucher.
Wenige Tage vor dem eigentlichen Beginn der Adventszeit hat der dritte Reinsdorfer „Winterzauber“ für Aufmerksamkeit gesorgt. Die bisher dorfinterne Veranstaltung lockte auch Besucher aus der Umgebung an. Sie konnten dank zahlreicher Fackeln und viel Feuerschein den Weg zum alten Forsthaus gar nicht verfehlen. (…)
„Meisterin über 80 Bienenvölker“
Schaumburger Nachrichten, 7.10.2006
Anna-Lisa Giehl von der Waldimkerei Bienen Max“ ist die einzige Imkermeisterin in Schaumburg.
Nur drei Prozent Frauen gebe es in dem männerdominierten Beruf, sagt Giehl. Mit dem Zupacken habe das schon etwas zu tun, da die Arbeit körperlichen Einsatz erfordere. 30 bis 40 Kilogramm schwere Kisten mit Honig müssen bewegt werden. „Körperliche Arbeit tut mir gut“, meint Giehl, die zudem gern in der Natur beschäftigt ist.
(…) Noch bevor sie ihr Abitur am Ratsgymnasium in Stadthagen machte, hatte sie die Zusage zu einem Ausbildungsplatz zum Tierwirt, Fachrichtung Bienenhaltung, am Niedersächsischen Landesinstitut für Bienenkunde in Celle.
Ein Stipendium für das herausragende Prüfungsergebnis wurde mit Meistervorbereitungskursen in Goslar und Würzburg ausgefüllt. Ihr Abschluss als Tierwirtschaftsmeisterin, Fachrichtung Bienenhaltung machte sie zu einer der wenigen Imkermeisterinnen in Deutschland. Als Vorraussetzung für die professionelle Weiterentwicklung war auch ein Umzug nötig.
„In Rolfshagen wurde es zu eng, die Imkerei war mitten in einer Siedlung“ (…) Das alte Forsthaus in Reinsdorf war für die Anforderungen wir geschaffen. Seit zwei Jahren baut die Familie das Haus nach eigenen Wünschen um. Inzwischen ist auch ein kleiner Laden entstanden, in dem Produkte rund um den Honig verkauft werden. Sieben verschiedene Honigsorten, Met, Honiglikör, selbst gefertigte Bienenwachskerzen und sogar Kosmetikartikel mit Bienenprodukten sind im Angebot. Die Kosmetik liegt nicht weit entfernt von Giehls „Lieblingsthema“, der Heilwirkung des Honigs. Deshalb erzeuge die „Waldimkerei Bienen Max“ auch Produkte von höchster Qualität und Naturbelassenheit. (…)
„Das faszinierende an dem Beruf ist, dass man jedes Jahr wieder vor neue Herausforderungen gestellt wird“ sagt Giehl. (…)
„Die Bienen suchten und suchten, aber da war nichts zu finden“
Schaumburger Zeitung, 13.9.2003
Ein harter Sommer für Imker und Bienen / Nur die Hälfte geerntet
So ein Wahnsinnssommer, der einen ausgezeichneten Wein hervorbringen wird, er hat doch sicher auch dafür gesorgt, dass die Bienen jede Menge Sonnenhonig einsammeln und dem Imker reiche Ernte bringen konnten. Falsch gedacht! Dieser Sommer war besonders hart für Bienen und Imker. „Die Honigernte hat hier gerade einmal die Hälfte des sonst üblichen gebracht“, mein der „Bienenmax“, der Imker Max Giehl, aus Rolfshagen. „Die ganze Lindenblüte konnte man vergessen“. Zwar haben die Bäume geblüht und berauschend geduftet, aber durch die große Trockenheit konnten sie mit ihren Wurzeln nicht genügend Wasser aus dem Boden ziehen, um Nektar zu produzieren. Und ohne Nektar gibt es auch keinen Honig. (…)
Hinzu kommt, dass große Hitze die Bienen in Alarmstimmung versetzt. Bei 40 Grad wird der Honig flüssig. Bei 53 Grad gar schmilzt das Wachs dahin. Die wackeren Tiere fächeln wie verrückt Kühlung herbei und finden keine Zeit zur Honigsuche. Einen Notfallvorrat haben sie zwar immer parat und aufmerksame Imker sind sowieso „immer am Puls der Bienen“ und füttern rechtzeitig zu, aber, so Anna-Lisa Giehl: „Wirtschaftlich ist das nicht gerade“. (…)
Max und Anna- Lisa Giehl sind trotz all dieser Schwierigkeiten beide ganz erstaunlich gelassen. Zum Glück war ja die Rapsernte im Frühsommer wirklich gut, und auch der Honig der Akazien, die es eh warm lieben, ist nicht zu verachten. „Es gibt gute und schlechte Jahre“, sagen sie. „Wir leben mit der Natur und Dinge, die man nicht ändern kann, muss man eben einfach hinnehmen“.
„Bienen Max“ ist Wanderimker
Land und Forst, 6.12.2001
Die Begründung für seine ungewöhnliche Berufswahl liefert Gerhard „Max“ Giehl auf ebenso originelle wie verblüffend einleuchtende Art: „Ich wollte mit Tieren arbeiten.“ Max Giehl ist Imker geworden. „Ein Bienenvolk“, erklärt er, „lebt ewig“.
(…) Bis aus dem 14-jährigen Knaben, der zufällig einen alten ostpreußischen Imker zum Nachbarn hatte, dem er ein wenig bei seiner Imkerei helfen durfte, der Bienen Max wurde, war ein langer Weg. Wobei die „Wanderfreude“ durch Genuss stimuliert wurde: „Als Belohnung bekam ich von dem Imker manchmal etwas Rapshonig. Der ist heute noch meine tägliche Lieblingsspeise!“ (…)
Mit 18 begann er mit einfachsten Mitteln, seine Imkerei aufzubauen. Dabei war handwerkliches Geschick gefragt, denn die Behausungen für seine Bienenvölker baute er damals schon selbst. (…) Bienenfleiß. Das wird von den meisten der Nicht-Imker gern übersehen, tut Not, wenn aus der Freizeitbeschäftigung langsam Profession geworden ist. Bei Bienen-Max Giehl, der als allein erziehender Vater zweier Kinder auch außerhalb des Berufs allerhand „am Hut“ hat, wurde dieser Quantensprung zum Vollzeitimker durch ein bekanntes und gern erlebtes Gefühl stimuliert – die Liebe. Vor sechs Jahren lernte er seine jetzige Lebenspartnerin kennen, die sich alsbald so sehr für die Imkerei interessierte, dass sie am Niedersächsischen Landesinstitut für Bienenkunde in Celle eine Ausbildung als „Tierwirt mit Schwerpunkt Bienenhaltung“ (früher- und umgangssprachlich – Imker) machte.
(…) Reich wird man, auch dafür ist der „Bienen Max“ ein Beispiel, dabei trotzdem nicht – wenigstens, was die äußeren Dinge angeht. Innerlich, so hat es aber den deutlichen Anschein, scheint die Wanderimkerei einen hohen menschlichen Wert zu vermitteln: Die Freude an der Arbeit, am Dasein und am Zusammenleben in der Natur.
„Es fließt kein Blut. Es fließt Honig“
Schaumburger Wochenblatt, 2.6.1999
Ist es ein Zauberkunststück des Imkers, dass er seinem Besuch direkt neben dem summenden, brummenden Bienenstock einen Vormittagstee mit Honig anbieten kann, ohne dass sich auch nur eine einzige der vielen tausend Bienen gestört fühlt? „Nein, kein Zauber“, erklärt Max Giehl aus Rolfshagen freundlich, „das ist einfach eine friedliche Bienensorte. Man sollte sich nur nicht gerade in die Flugschneise stellen.“
(…) Von den schwierigen Seiten seines Berufes aber möchte der Imker gar nicht reden. „Ich liebe die Bienen heiß und innig“, sagt er, „und ich liebe auch diesen Beruf. Meine Bienen überfliegen das ganze Auetal, über mehrere Berghöhen und Täler.“
Und mit breitem Lächeln fügt er hinzu: „Ich bin der größte Tierhalter weit und breit, aber ich muss meine Tiere nicht abmurksen. Das ist der schönste Grund für mich, Bienen zu halten. Es fließt kein Blut. Es fließt Honig.“




